Frostige Zeiten, warme Herzen: Das Weihnachtsevent

Kaum waren die letzten Teller des Steak-Festes abgeräumt, veränderte sich die Welt von Goldenau. Wo gestern noch grüne Wiesen leuchteten, senkte sich über Nacht eine dicke, weiße Schneedecke. Die Dächer der Bauernhöfe bogen sich unter der Last, und der Fluss, der die Insel teilte, fror an den Rändern langsam zu.

Das Weihnachtsevent hatte begonnen.

Der Ruf des Nordens

der_gote stand wieder vor seinem Rathaus, doch statt des Dreispitz trug er nun eine dicke, rote Mütze mit weißem Bommel. Sein Atem bildete kleine Dampfwolken in der kalten Morgenluft. Er rieb sich die Hände – nicht vor Kälte, sondern vor Vorfreude.

Im Gildenchat der „Entspannten Siedler“ herrschte bereits reges Treiben, doch die Stimmung war anders als sonst. Es lag eine knisternde Spannung in der Luft, gemischt mit dem Duft von virtuellem Glühwein.

„Ho Ho Ho, werte Siedler“, tippte der_gote. „Holt die dicken Mäntel raus und schmiert die Stiefel eurer Entdecker. Wir brauchen Geschenke! Viele Geschenke!“

Die Jagd nach den Paketen

In den nächsten Tagen glich Goldenau einer Ameisenfarm im Wintermodus. Überall sah man die grünen, blauen und violetten Entdecker, wie sie schwer bepackt von ihren Schatzsuchen zurückkehrten. Manche brachten nur ein paar Holzscheite mit und murmelten Entschuldigungen, andere schleppten säckeweise die begehrte Event-Währung: Geschenke.

Doch bei den „Entspannten Siedlern“ ging es nicht darum, wer am schnellsten reich wurde.

„Leute, ich verzweifle“, meldete sich plötzlich Siedler_Sam im Chat. „Ich habe meine Entdecker losgeschickt, aber die bringen nur Schnee mit. Mir fehlen noch 500 Geschenke für die Weihnachtsbäckerei. Wenn ich die nicht baue, verhungern meine Minenarbeiter zwar nicht, aber sie bekommen keine Plätzchen!“

In vielen anderen Gilden hätte man nun gesagt: „Pech gehabt, kauf dir welche im Handel.“ Aber nicht hier.

Das Wunder der Weihnachtsbäckerei

der_gote las die Nachricht und schmunzelte. Er blickte in sein eigenes Lagerhaus. Er hatte fleißig gesammelt, Abenteuer gespielt und seine Entdecker bis an die Grenzen der Erschöpfung getrieben. Sein Lager war gut gefüllt.

Er öffnete den Handelsreiter und stellte ein Angebot ein, das jeden profitgierigen Händler auf Goldenau in Ohnmacht fallen lassen würde: Biete: 500 Geschenke. Fordere: 1 Fisch.

Er flüsterte Siedler_Sam an: „Schau mal in den Handel. Ist ein Sonderangebot, nur heute. Frohes Fest.“

Doch er war nicht der Einzige.

  • Mitglied 4: „Ich hab dir auch noch was geschickt, Sam. Bau das Ding auf Stufe 2 aus!“

  • Mitglied 5: „Wer braucht noch was? Hab noch Rentier-Buffs übrig!“

Binnen Minuten war das Problem gelöst. Die Hilfsbereitschaft breitete sich schneller aus als der Flächenschaden eines Jüngeren Zwillingsgenerals.

Heiligabend auf dem Gildenmarkt

Am Abend des 24. Dezembers versammelten sich die „Entspannten Siedler“ virtuell um den prachtvoll ausgebauten Weihnachtsmarkt auf der Insel von der_gote. Durch die Funktion des Gebäudes leuchteten alle umliegenden Betriebe in einem festlichen Glanz, und die Produktion lief – dank der Kekse und Stollen aus den Bäckereien der Mitglieder – so effizient wie nie zuvor.

Der Gildenleiter erhob das Wort im Chat:

„Seht ihr das? Das ist der Geist von Goldenau. Egal wie viel Schnee fällt oder wie geizig die Entdecker sind – keiner bleibt zurück. Genießt die Feiertage, esst was Gutes im Real Life und lasst die Siedler mal Siedler sein. Wir laufen nicht weg.“

Draußen vor dem Bildschirm lehnte sich der Spieler hinter der_gote zurück und lächelte. Auf dem Monitor rieselte leise der digitale Schnee auf die Dächer seiner Stadt, während im Chat ein Chor aus „Frohe Weihnachten“ und „Danke Chef“ aufstieg.

Und selbst der grummelige Geologe aus der Kupfermine trug heute, so schien es, ein kleines Lächeln im Gesicht, während er an einem Lebkuchen knabberte.

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